Feuerwehr
trainiert Umgang mit gefährlichen Gütern
Löcher
stopfen mit Schutzanzug
Hassel. " Vom
Grundprinzip her machen sie es richtig ", sagt Horst Fechner und schaut den
Einsatzkräften des ABC-Zuges der Feuerwehrbereitschaft Stendal zu. Die Männer
sind dabei, ein Leck in einem Kesselwagen dicht zu machen, in dem Gefahrgut
transportiert wird. Zum Glück hantieren die Feuerwehrleute nur am
Ausbildungszug der Deutschen Bahn. Was aus dem Kesselwagen fließt, ist auch
kein Heizöl oder Salzsäure, sondern normales Wasser. Der erste Versuch, das
Leck mit einem Holzkeil abzudichten, schlägt fehl. Also wird ein
Leckdicht-Kissen eingesetzt. Das funktioniert.
Fechner ist zufrieden. Er ist Lehrer am Ausbildungszentrum " Notfallmanagement
" der Bahn mit Sitz in Fulda. Der Ausbildungszug ist der einzige der Deutschen
Bahn und demzufolge 42 Wochen im Jahr in ganz Deutschland unterwegs. Von
Dienstag bis gestern stand er auf der Verladeanlage in Hassel. Freiwillige
Feuerwehren aus der Altmark und Berufswehren ( Zellstoffwerk und Bundeswehr )
nutzten das Angebot der Bahn.
Der
Ausbildungszug besteht aus drei Einheiten. Der erste Teil ist das " rollende
Klassenzimmer ", wie es Frank Barby, Arbeitsgebietsleiter der Bahn,
bezeichnet. Äußerlich gleicht der Waggon einem Personenwagen. Dort lernen die
Feuerwehrkräfte, wie sie im Falle einer Havarie eines Gefahrguttransportes per
Waggon handeln müssen. Die Havarie reicht vom einfachen Riss im Kesselwagen,
bis hin zur Explosion oder einem Zusammenstoß. Der Raum Stendal zähle zwar
nicht zu den Schwerpunktgebieten, so Barby. Aber als Transitstrecke und durch
das Zellstoffwerk, wo täglich vier bis fünf Kesselwagen eintreffen, bestehe
die Möglichkeit eines Einsatzes schon.
Die Feuerwehrkräfte lernen, an welchen äußeren Zeichen sie erkennen, welches
Gefahrgut ( Flüssiggas, Benzin, Säure etc. ) transportiert wird und wie sie an
diese Informationen kommen, wenn der Waggon brennt. Der zweite Teil des
Ausbildungszuges besteht aus einem begehbaren Kesselwagen, in dem verschiedene
Typen von Entleerungsventilen und Anschlüsse zum Umpumpen montiert sind, für
Gas-, Öl- und Chemiekessel. Deren Schließmechanismus lässt sich so
demonstrieren. Der dritte Wagen ist der Leckagewagen. Dort sind neun
verschieden Arten eines Lecks eingearbeitet. Für die praktischen Übungen
lassen sich alle Lecks getrennt mit Wasser ansteuern.